Der Franken und die Carry-Trader
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Geschätzte Leserinnen und Leser

Sie kennen mich ja ein bisschen und wissen, dass ich eine gewisse Vorliebe für seichte Themen habe. Deshalb berichte ich Ihnen hier von der IMHO ultra-coolen Techno-DJ Charlotte de Witte, die künftig für die fast ebenso coole Schweizer Uhrenmarke Tudor Werbung macht. Ich bin begeistert. Nicht, weil ich die Musik von de Witte besonders toll finde (ich neige ja eher zu Schwermetallischem), sondern weil ich den Hut ziehe vor dem, was die Belgierin als Entertainment-Unternehmerin aufgebaut hat. Und hey: Es hätte heute auch noch seichter werden können, schliesslich fand in der Nacht auf heute die Modeschau von Victoria's Secret in Los Angeles statt, während der Kylie Jenner den mit 50 Millionen Dollar wertvollsten «Fantasy Bra» aller Zeiten trug, der vom amerikanisch-schweizerischen Uhren- und Schmuckunternehmen Jacob & Co. gestaltet wurde (falls es Sie denn wirklich interessieren sollte, können Sie hier sehen, wie das gute Stück aussieht).

Ich wünsche Ihnen einen schwungvollen Start in die neue Arbeitswoche. En Guetä!

Marcel Speiser

Stv. Chefredaktor Handelszeitung

 
 

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Wann kommt die Lindt-Revolte?

Nein, nein und nochmals nein. Die Probleme, die Lindt & Sprüngli hat, haben überhaupt rein gar nichts mit Ernst Tanner zu tun. Obwohl er der Mann ist, der beim Schokoladenhersteller als exekutiver Präsident alles bestimmt, obwohl er seit Jahrzehnten im Amt ist, obwohl er die wichtigsten internen Aktionäre und damit die GV kontrolliert. Aber lassen wir das mit der Ironie, schliesslich scheint Tanner – wie einst UBS-Zampano Marcel Ospel mitten in der Finanzkrise – zu glauben, er sei Teil der Lösung und nicht Teil des Problems. Ergo schickt er seinen lang gedienten Manager Adalbert Lechner in die Wüste, wirft ihm noch ein bisschen Dreck hinterher – Lindt «benötigt», heisst es im heutigen Communiqué, «eine neue operative Führung, um zu beständigem, starkem Wachstum zurückzukehren und seine Marktchancen weltweit wieder effektiv auszuschöpfen» (lassen Sie sich auf der Zunge zergehen, was das Unternehmen damit e contrario sagt) – und scheint zu glauben, dass damit fünf lange Jahre Minusrendite (mehr hier) ausgeglichen werden können. Nicht mal einen Ersatzmann für Lechner hat Tanner (im Bild oben übrigens mit Sohn Derek Tanner am Schwingfest in Kilchberg) parat, geschweige denn eine Ersatzfrau. Der 80-Jährige muss seinen 71-jährigen Vize und Ex-Chef Dieter Weisskopf als Übergangschef losschicken, obwohl dieser selbstredend ebenfalls Teil des Problems ist. Will Lindt & Sprüngli so wirklich Vertrauen zurückgewinnen, Shortseller loswerden? Ich habe nur noch eine Frage: Wann bricht in Kilchberg die grosse Schoggi-Revolte los? Mehr hier von Kollege Luca Niederkofler und hier von Kollegin Bernadette Hogg.

Der Franken und die Carry-Trader

Sie wissen es: Wenn ich mich in der Tiefzinswährung Franken verschulde und das aufgenommene Geld dann in der Hochzinswährung Dollar anlege, habe ich mir schon mal eine nette Differenz erarbeitet. Das Problem an solchen Carry-Trades: Es geht nicht nur um grosse Risiken, sondern auch um riesige Summen, die Währungen beeinflussen können. Und deshalb Einfluss haben auf ganze Volkswirtschaften. Unser Chefredaktor Markus Diem Meier erklärt uns hier in fünf Punkten, wie genau Carry-Trades funktionieren, wo die Probleme liegen und weshalb Notenbanken gefordert sind.

Explosive Stimmung vor der Art Basel Paris

Am Freitag beginnt in Paris die Art Basel Paris. Und die Basler Betreiberin MCH hofft, dass die heftigen Krawalle in der französischen Hauptstadt, die sich über das Wochenende auf die Plünderung von Luxusboutiquen ausgeweitet haben, nicht wieder aufflammen. Nicht auszudenken, wenn der Mob, der eigentlich bloss bessere Schulen will, das Grand Palais und die ausgestellte Kunst stürmt! Mehr hier.

Erinnerungen statt Vermögen

Geld, sagt B&O-Designer Kresten Bjørn Krab-Bjerre, sei nur relevant, wenn man keins habe. Wenn man genug für ein angenehmes Leben habe, spiele Geld eine immer unbedeutendere Rolle. Krab-Bjerre investiert daher auch nicht wirklich, wie er im Interview mit Kollege Marc Kowalsky sagt: «Ich investiere eher in Lebensqualität als in Vermögenswerte. Es ist mir viel wichtiger, ein gutes Leben zu führen, als Vermögen anzuhäufen. Für mich bedeutet es Freiheit, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und gemeinsam Erinnerungen zu schaffen.» Bitte hier entlang!

Zahlenreigen an der Schweizer Börse: Das ist zu erwarten

Nicht weniger als 17 börsenkotierte Schweizer Unternehmen veröffentlichen in dieser Woche ihre Quartalszahlen. Kollege Daniel Hügli gibt uns eine Vorschau auf das, was von den drei grössten Firmen zu erwarten ist: ABB, Nestlé und Roche. Bitte hier entlang!

Rauchzeichen von Villiger

Das Schweizer Tabakunternehmen Villiger stellt seit über hundert Jahren im deutschen Waldshut-Tiengen Zigarren und Zigarillos her. Im nächsten Jahr endet diese Ära. Kollege Michael Hotz hat die Details. Hier.

Die unglaubliche Story hinter Fears

Wenn Sie heute nur eine Story lesen, dann bitte diese hier von Kollegin Iris Kuhn-Spogat. Sie erzählt die Geschichte von Nicholas Bowman-Scargill, der seinen Job bei Rolex aufgab, um die Uhrenfirma seiner Familie – Fears – wieder zum Leben zu erwecken. Es ist die Geschichte eines Commitments, das seinesgleichen sucht – inklusive Nachtschichten im Supermarkt, um über Wasser zu bleiben. Bitte hier entlang. Und ich meine es so: Bitte! Sie werden es nicht bereuen!

 

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